Anne Janssen und der Wilhelmshavener Arzt Klaus-Peter Schaps fordern, zusätzliche Einnahmen für Aufklärung und Hilfen zum Rauchstopp einzusetzen.
Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund. Weniger junge Menschen sollen mit dem Rauchen anfangen, mehr Raucher Unterstützung beim Aufhören bekommen: Daran sollte sich nach Ansicht der CDU-Bundestagsabgeordneten Anne Janssen die geplante Erhöhung der Tabaksteuer messen lassen. Gemeinsam mit Dr. Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Ärztevereins Wilhelmshaven-Friesland, setzt sie sich dafür ein, den Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt zu stellen.
Anlässlich der öffentlichen Anhörung im Finanzausschuss fordert Janssen, zusätzliche Einnahmen vollständig für den Gesundheitsbereich und besonders für die Prävention zu verwenden. Allgemeine Haushaltslöcher dürften damit nicht gestopft werden.
„Wir müssen verhindern, dass junge Menschen überhaupt mit dem Rauchen anfangen. Und wer aufhören möchte, braucht wirksame Unterstützung“, sagt Janssen. Die ehemalige Krankenpflegerin kennt die Folgen des Tabakkonsums aus ihrem Berufsleben. „Als ehemalige Krankenpflegerin weiß ich, wie viel Leid hinter vermeidbaren Erkrankungen steht. Deshalb setze ich mich mit Nachdruck für eine starke Präventionsarbeit ein.“
Auch Schaps hält eine höhere Tabaksteuer aus ärztlicher Sicht für sinnvoll. Steigende Preise könnten dazu beitragen, den Konsum zu verringern und schwere Folgeerkrankungen zu verhindern. Er beschreibt, was Rauchen für Betroffene bedeuten kann: „Deutliche Leistungsminderung, Luftnot, künstlicher Sauerstoffbedarf und zuletzt der vorzeitige Tod können häufig Folge des Rauchens sein.“
Besonders der Schutz junger Menschen beschäftigt den Mediziner. Dabei richtet sich der Blick auch auf E-Zigaretten und das sogenannte Vapen. Diese Produkte sind ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken verbunden.
Für Janssen reicht es deshalb nicht, Tabakprodukte teurer zu machen. „Höhere Preise müssen durch besser finanzierte Aufklärung und Hilfen zum Rauchstopp begleitet werden“, betont sie. Als Vorstandsmitglied des fraktionsübergreifenden Parlamentskreises Prävention setzt sie sich dafür ein, die Vorbeugung von Krankheiten stärker in politischen Entscheidungen zu verankern.
Nach Angaben des Parlamentskreises sterben in Deutschland jährlich rund 130.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Die gesellschaftlichen Kosten werden auf fast 100 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Mehr als 30 Milliarden Euro davon entfallen unmittelbar auf das Gesundheitssystem.
Der Gesetzentwurf sieht vor, die Tabaksteuer von 2027 bis 2030 in vier jährlichen Schritten anzuheben. Für Janssen ist entscheidend, was die Erhöhung bewirkt: „Der Erfolg einer Tabaksteuererhöhung muss sich daran messen lassen, ob weniger Menschen rauchen – nicht daran, wie viel Geld zusätzlich in der Staatskasse landet.“