Wilhelmshaven. „Die Nachricht von der Insolvenzanmeldung bei Vynova trifft Wilhelmshaven und unsere gesamte Region hart. Hinter dem Standort stehen Arbeitsplätze, Familien und viele Betriebe im Umfeld. Mein erster Gedanke gilt den Beschäftigten, den Auszubildenden sowie den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in Fremdfirmen und bei Zulieferern, die nun um ihre Zukunft bangen“, erklärt Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (CDU).
Bereits 2023 hätten Betriebsrat und Beschäftigte deutlich gemacht, wie groß der Druck am Standort ist – insbesondere durch die hohen Energiekosten und Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich. „Wenn ein Partnerwerk im Ausland ähnliche Produkte deutlich günstiger herstellen kann, wird es für Standorte wie Wilhelmshaven existenziell. Dass es jetzt so weit gekommen ist, zeigt: Industriepolitische Warnsignale dürfen nicht länger nur diskutiert werden – es braucht verlässliches Handeln“, so Janssen.
Es komme jetzt darauf an, in der akuten Situation alles zu tun, um Arbeitsplätze zu sichern und Perspektiven zu schaffen. Gleichzeitig brauchten energieintensive Unternehmen in Deutschland noch schneller spürbare Entlastungen bei den Stromkosten und wieder Planbarkeit – etwa über eine Senkung der Stromsteuer, die Begrenzung staatlicher Preisbestandteile und einen befristeten, wettbewerbsfähigen Industriestromansatz, bis ausreichend erneuerbare Energien und Infrastruktur zu konkurrenzfähigen Preisen verfügbar seien. Ein Teil dieser Maßnahmen seien beschlossen, aber noch nicht wirksam genug. „Wir müssen in Deutschland insgesamt schneller und entschlossener werden, wenn es darum geht, unseren Industriestandort zu sichern. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen“, erklärt die Abgeordnete abschließend.